Montag, 11. März 2019

Mehr Mobilität durch mobisaar - Fahrgäste kommen mit Lotsen sicher ans Ziel

Eine Erkrankung und schon ist nichts mehr, wie es war: Silke Sauer ist an Fibromyalgie erkrankt. Die tägliche Mobilität stellt für die 45-jährige Neunkircherin seit dem eine Herausforderung dar: „Ich bin dauerhaft auf eine Gehhilfe angewiesen. Trotzdem möchte ich soweit wie möglich einen normalen, selbstbestimmten Alltag leben“, sagt Sauer. Das passende Angebot hierfür habe sie mit „mobisaar“ gefunden.

Mehrmals pro Woche fährt Sauer mit dem Bus in die Neunkircher Innenstadt – um einzukaufen,  Arzttermine wahrzunehmen oder Freunde zu treffen. Begleitet wird sie dabei immer von den mobisaar-Lotsen, die ihr beim Fahrkartenkauf, beim Ein- und Aussteigen und auf den Wegen von Tür-zu-Tür behilflich sind. „Nach meiner Erkrankung hatte ich große Angst, dass ich nicht mehr vor die Tür komme. Ich habe nicht das Geld, um mir immer ein Taxi zu bestellen“, erklärt Sauer. Der kostenlose mobisaar-Lotsenservice ist für sie die Lösung: „Ein Anruf genügt, und am nächsten Tag kommen die mobisaar-Lotsen, holen mich an der Haustür ab und bringen mich mit Bus und Bahn ans Ziel. Mit den freundliche Helfern an meiner Seite fühle ich mich dabei immer sicher“, freut sich Sauer.

Insgesamt 58 hauptamtliche Lotsen sind derzeit Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr im Regionalverband Saarbrücken, Saarpfalz-Kreis und Landkreis Neunkirchen im Einsatz, um Menschen wie Silke Sauer die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu erleichtern. Insbesondere in den ländlichen Regionen werden sie von ehrenamtlichen Helfern unterstützt. mobisaar-Projektkoordinatorin Katharina Meßner-Schalk von der Saarbahn GmbH erklärt: „Wer nicht alleine mit Bus und Bahn fahren möchte, etwa weil er schlecht sieht oder hört, im Rollstuhl sitzt oder einen Rollator benötigt, kann sich von den haupt- oder ehrenamtlichen mobisaar-Lotsen unterstützen lassen. Die mobisaar-Lotsen helfen beim Ein- und Aussteigen und begleiten Fahrgäste auf Wunsch auch von der Haustür bis zum Zielort und wieder zurück. Ziel ist es, Zugangs- und Nutzungshemmnisse abzubauen und das individuelle Sicherheitsempfinden der Fahrgäste zu verbessern.“ Interessierte können den mobisaar-Service rechtzeitig vor Fahrtbeginn ganz bequem per Telefon unter 06898-500 4000 oder per App anfordern. Der Service ist kostenlos, benötigt wird nur ein gültiger Fahrschein.

Die zehn hauptamtlichen mobisaar-Lotsen im Landkreis Neunkirchen sind beim Diakonischen Werk an der Saar beschäftigt. Stefanie Wenzler vom Diakonischen Werk erklärt: „Es handelt sich bei den Mobilitätshelfern um Langzeitarbeitslose, die nach einer intensiven Schulung für den mobisaar-Lotsenservice eingesetzt werden.“

Zum Projekt “mobisaar“
Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „mobisaar“ ist es, mobilitätseingeschränkten Menschen im Saarland die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zu erleichtern. Um dieses Ziel zu erreichen, bringen neun Kooperationspartner aus unterschiedlichen Bereichen – unterstützt von vielen weiteren Akteuren im Saarland – ihre Kompetenzen bei mobisaar ein: Das Verkehrsunternehmen Saarbahn GmbH als Verbundkoordinator, das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V., das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, die B2M Software GmbH, die Saarländische Nahverkehrs-Service GmbH, die Neue Arbeit Saar GmbH, der Sozialverband VdK Saarland e.V., die Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT e. V. und das DIAKONISCHE WERK AN DER SAAR GMBH/Bahnhofsmission.

Foto (Saarbahn GmbH): (v. l.) Die Neunkircherin Silke Sauer (45) ist in ihrer Mobilität eingeschränkt. Alleine Bus und Bahn zu fahren, kommt für sie nicht infrage. Deshalb wird sie von dem mobisaar-Lotsen Steven Kaul begleitet.

Foto (Saarbahn GmbH): (v. l.) Die Neunkircherin Silke Sauer (45) ist in ihrer Mobilität eingeschränkt. Alleine Bus und Bahn zu fahren, kommt für sie nicht infrage. Deshalb wird sie von dem mobisaar-Lotsen Steven Kaul begleitet. - Saarbahn GmbH