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mobisaar in Ottweiler vorgestellt

Dienstag, 29. Mai 2018

Am Dienstag, 29. Mai 2018, haben Bürgermeister Holger Schäfer und die Projektverantwortlichen zu einer Vorstellung des Projekts „mobisaar – Mobilität für alle" in den großen Sitzungssaal des Rathauses in Ottweiler eingeladen.

Foto Gemeinde Ottweiler: v. l. mobisaar-Lotse Thomas Ziskoven, Saarbahn-Projektkoordinatorin Katharina Meßner- Schalk, Bürgermeister Holger Schäfer, Kristina Lemke von LAG Pro Ehrenamt, Kathleen Schwarz vom iso-Institut und Stefanie Wenzler vom Diakonisch

Foto Gemeinde Ottweiler: v. l. mobisaar-Lotse Thomas Ziskoven, Saarbahn-Projektkoordinatorin Katharina Meßner- Schalk, Bürgermeister Holger Schäfer, Kristina Lemke von LAG Pro Ehrenamt, Kathleen Schwarz vom iso-Institut und Stefanie Wenzler vom Diakonischen Werk

Ziel der Infoveranstaltung war es, den kostenlosen mobisaar-Lotsenservice in Bus und Bahn vorzustellen. Dieser wird aktuell schon im Regionalverband Saarbrücken, im Saarpfalz-Kreis und seit November 2017 auch im Landkreis Neunkirchen – hier mit Unterstützung der Diakonie Saar – angeboten. Der Service kann landkreisübergreifend in Anspruch genommen werden und soll bis 2019 saarlandweit verfügbar sein.

Bürgermeister Holger Schäfer sagte in seinem Grußwort: „In Ottweiler prüfen wir kontinuierlich, wie wir die Lebensumstände unserer Bürger – besonders für die wachsende Anzahl unserer Senioren – verbessern können. Deshalb sind wir froh, dass das Projekt mobisaar, das von den Partnern Saarbahn GmbH, Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V., Landesarbeitsgemeinschaft Pro Ehrenamt e.V., Sozialverband VdK Saarland e.V., Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, B2M Software GmbH, Saarländische-Nahverkehrs-Service GmbH, Neue Arbeit Saar gGmbH und Diakonisches Werk an der Saar gGmbH/Bahnhofsmission umgesetzt wird, Lösungsansätze bietet, wie Menschen bis ins hohe Alter mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil sein können.“


Kathleen Schwarz vom iso-Institut führte in ihrem Vortrag aus, dass Mobilität ein Grundbedürfnis des Menschen ist und die Sicherung der Mobilität – auch in ländlichen Regionen – eine gesellschaftliche und politische Aufgabe sei. „Bewegungsarmut und Mobilitätseinschränkungen gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für schwerwiegende Gesundheitsprobleme, insbesondere bei älteren Menschen. Vor allem Ältere und Mobilitätseingeschränkte sind auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen, wenn längere Fußwege und Autofahren nicht mehr möglich sind oder die finanziellen Mittel fehlen.“ Deshalb habe das iso-Institut das mobisaar-Konzept entwickelt, dass in diesen Fällen Unterstützung bietet. Es gehörte im Jahr 2015 zu den fünf Siegern des Wettbewerbs "Innovationen für Kommunen und Regionen im demografischen Wandel" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Immer mehr Fahrgäste benötigen individuelle Hilfe, um ihre täglichen Wege zurückzulegen. Die haupt- und ehrenamtlichen Lotsen stehen Älteren bzw. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zur Seite, indem sie Unterstützung oder Orientierungshilfe bei der Fahrt mit Bus und Bahn geben. Auf Wunsch wird der Fahrgast an der Haltestelle oder Wohnungstür abgeholt und an den Wunschort begleitet. Der Aufgabenbereich der Lotsen
umfasst etwa den Fahrgast zum Arzt, zur Bank oder zu Verwandten und Freunden zu bringen und ihn auf Wunsch dort wieder abzuholen, Hilfestellung beim Ein-, Aus- oder Umsteigen sowie Unterstützung beim Bedienen der Fahrkartenautomaten. Der Lotsen-Dienst ist kostenlos und kann per Telefon 06898-500 4000, über www.mobisaar.de oder die mobisaar-App gebucht werden. Alles was benötigt wird, ist ein gültiger Fahrschein.

Neben den hauptamtlichen Lotsen werden auch ehrenamtliche Lotsen, vor allem in den ländlichen Regionen, eingesetzt. Insgesamt sind in mobisaar drei Organisationen für ehrenamtliches Engagement zuständig. Der Sozialverband VdK und die LAG Pro Ehrenamt suchen Ehrenamtliche Lotsen in den Gemeinden. Die Bahnhofsmission setzt die Ehrenamtlichen zur Unterstützung an den Bahnhöfen oder als Begleitung in den
Regionalzügen ein.

Kristina Lemke von LAG Pro Ehrenamt e. V. erklärte: „Wir suchen weitere engagierte Menschen, die sich ehrenamtlich als mobisaar-Lotse betätigen möchten. Hierzu müssen diese Personen mindestens 18 Jahre alt sein und Freude und Interesse am Umgang mit älteren und behinderten Menschen mitbringen.“ Der Umfang des Engagements wird vom Ehrenamtlichen selbst bestimmt. „Die Lotsen teilen vorher mit, wann sie zur Verfügung
stehen können. Derzeit suchen wir vor allem im Landkreis Neunkirchen, wo das Projekt neu angelaufen ist“. Sie ergänzt: „Ob Haupt- oder Ehrenamt – die mobisaar-Lotsen werden in Schulungen auf ihren Einsatz intensiv vorbereitet. Die Schulungen vermitteln Theorie und Praxis, zum Beispiel die Hintergründe des Projekts, Kenntnisse zum öffentlichen Personennahverkehr im Saarland und den Umgang mit mobilitätseingeschränkten
Menschen“.

Interessierte an einem Ehrenamt können sich telefonisch bei Kristina Lemke von der LAG Pro Ehrenamt 0681-93859743, bei Ingrid Wacht vom Sozialverband VdK Saarland 0681-58459402 oder Julia Bettinger von der Bahnhofsmission/Diakonie Saar 0681-91032172 melden.